Ist das Richtfest ein auslaufendes Event?

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Das Richtfest ist in einigen Regionen Deutschlands auch unter dem Begriff Hebefest bekannt. Man feiert damit die Fertigstellung des Rohbaus eines Gebäudes und die Feier findet immer nach der Mittagszeit statt. Schon im 14. Jahrhundert feierte man das Richtfest, bei dem das Dach des Gebäudes mit einem Richtbaum oder- kranz geschmückt wird. Einer der Zimmerleute hält eine Ansprache, den Richtspruch, und anschließend trinkt er Wein oder Schnaps und wirft dann das leere Glas auf den Boden. Zerspringt es dort, wird alles gut und wenn das Glas ganz bleibt gilt das als ein schlechtes Omen und ist gleichzeitig eine Schmach für den Werfer.

In den letzten Jahren sieht man allerdings immer weniger Richtbäume auf dem Rohbau eines Gebäudes und diese schöne Tradition gerät offenbar immer mehr in Vergessenheit. Vor allem in den Städten, wo große Wohnkomplexe, Fertigungshallen und Bürogebäude gebaut werden, feiert man nur noch selten das Richtfest, wenn der Kernbau abgeschlossen ist. Lediglich beim Bau von Einfamilienhäusern sieht man die mit bunten Bändern geschmückten Tannen oder Fichten noch häufiger, aber auch hier schenken sich viele Bauherrn das Fest inzwischen. Wo Fertighäuser und schnell hochgezogene Eigenheime das Bild einer Siedlung dominieren, feiern nur wenige Familien die Errichtung ihres Eigenheims, denn enge Zeitpläne und mangelnde finanzielle Mittel sprechen gegen diese Tradition. Hausbau oder Immobilien finanzieren sind auch keine einfachen Angelegenheiten und viele Häuslebauer investieren alle ihre Kräfte in die Realisierung dieses Projekts. Mit vielen anstrengenden Eigenleistungen versucht man die Kosten zu senken und da Zeit immer eine große Rolle spielt, wird das Richtfest zugunsten der schnellen Fertigstellung weggelassen.

Geschrieben von Oliver Schmid

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